MCPO Hunter Phillips - SEC/CXO - Log 04 - 2019.7



  • Hauptpersonen: Garett O’ Neil
    Nebenpersonen:Exfrau, Kollegen der Sec
    Wörter: 1506

    Zuhause

    Notfalleintrag falls ich diese Nacht nicht überlebe.

    Eingelullt von meiner Routine machte ich den größten Fehler meines Lebens. Ich las die Nachrichten meiner Exfrau. Naja fast Exfrau. 108 Stunden noch und ich bin Endgültig frei. Dachte ich. Schaut nicht mehr so aus. Ihr bescheuerter jetziger Liebhaber musste so kurz vor dem Ziel draufgehen.

    Verdammt nochmal. Hätte der Kerl mit seiner Trennung nicht bis nach meiner, ja meiner w o h l v e r d i e n t e n Scheidung warten können? Jede Taktik, jedes Manöver der letzten Monate war umsonst. Wenn nicht ein Wunder geschah, hatte ich sie am Hals. Besonders wenn ich greifbar blieb und sie mich in ihre zarten Finger bekam. Rhetorisch war ich sowas von Tot.
    Und gerettet habe ich gar nichts, die Frau ist auf dem Weg hierher. Zu mir. Verdammt, wie konnte ich nur so blöd sein?
    Falls ich diesen Eintrag je wieder lese. Ich muss mir merken, dass ich auf Angstvolle Fragen ihrerseits nie wieder reagieren darf. Nada. Niemals mehr. Keine blöden außertourlichen Trainings, wo irre Admirals und Konsorten zusehen. Keine bescheuerten Stromausfälle mehr und besonders kein Hunter da in der Nähe ist.

    Damit gerate ich nur wieder in die Fänge dieser Frau. Ohja sie kommt verdammt harmlos rüber, aber vergesst es. Wenn sie sich etwas einbildet, hat das zu geschehen, egal was ein anderer möchte. In dem Fall ich. Allein die Tatsache, dass der Admiral von mir eingenommen ist, und mich wohl irgendwo erwähnt hat, besser meinen Bericht, kostet mich gerade mein Leben. Verdammt.
    Nächte in engen Uniformen, pflichtschuldigst mit synthesisierten Champagner. Endlose nichtssagende Gespräche über Beförderungen, Verdienste und was noch schlimmer ist Einsätze. Die der Gegenüber nie selbst erlebt hat, aber begierig darauf aus ist sich in dem Heldentum zu suhlen. Heldentum? Vergesst es. Abschlachten, ja. Etwas Heldenmäßiges? Nein. Es hat nichts heldenmäßiges wenn die Schiffe neben dir einfach so explodieren, Verbindungen mit einem lauten Knall abreißen und du nicht weißt was eigentlich los ist, aber reagieren sollst. Und danach auf dem glatten Parkett der Politik geschliffen wirst, weil du verdammt nochmal einen Posten zwischen den ganzen Studierten einnehmen sollst. Äh sollst, musst! Hast du dir verdient, du bist ein Held, hopp wirke glücklich, nimm was dir zusteht. Kämpfe darum.

    Alles was meine Frau langatmig studiert hatte, jede taktische Überlegung im Krieg und im Einsatz, war für mich da draußen nichts wert. Wirklich, war es nicht. Nur um dann monatelang zu hören, das Wissen ihrer Frau, hat ihnen sicher das Leben gerettet. Falsch, aber sowas von falsch, dass kann ich gar nicht sagen. Und meine Frau? Die sonnte sich im Lob, wollte noch mehr davon haben. Während ich lieber einen gepflegten echten Scotch zu Hause am holografischen Kamin genossen hätte. Ruhe! Nichts als etwas Frieden und Vergessen.

    Das konnte ich vergessen, sie hat mir in den ganzen Jahren, mit meinem Lieblingsposten, nicht gegönnt. Allein der Satz, " dieser Admiral kennt dich, damit kannst du sicher befördert werden. Du brauchst einen Job der deinen Fähigkeiten entspricht. Hallo? Den hab ich.Gehabt. Bis sie da ist. Und sie kommt. In, ahhhhh, nicht mal 4 Stunden. Ich muss hier weg, sofort.

    Sternenflotten-Akademie - Campus - Büro der Sec in der Akademie

    Trotz der Routineunterbrechung bin ich im Dienst, dass ist das einzige was ich nicht aufgeben werde. Garett hatte den Morgenapell (Diensteinweisung) übernommen und ich saß hinter meinem Schreibtisch mit mehr Frieden für mich und mehr Zeit um mir einen Ausweg zu suchen. Der gute Junge benahm sich wie ein Quaterback, stimmte die Leute auf den heutigen Einsatz mit einer Theatralik ein, die wohl wirkte. Ich lies meine Gedanken schweifen und überdachte weiter die Situation.

    Meine Wohnung ist soweit geräumt, die persönliche Habe wurde bei Garett versteckt und ich habe den Wohnraum gekündigt. Was sie sich allerdings dabei denken, dass ich mich gleichzeitig nun bei Garett mitangemeldet habe , ist mir im Moment egal. Dazu ist der Blutwein von Garett echt hilfreich. Nüchtern nennt man was anderes.

    Immerhin besteht Auskunftsverbot an nicht authorezierte Personen. Meine (Ex)Frau kommt so also nicht an die Daten. Auch kein dahergelaufener Admiral. Tja etwas gutes haben die alten Verbindungen schon, zugegeben.
    Einen weiteren, sehr Wichtigen Grund meiner Ex die Beziehung weiter zu führen, habe ich auch rausgefunden. Ich soll glatt befördert werden. Höchstwahrscheinlich Sesselpupser Position, gehobener Rang. In die Chefetage der Sicherheit. Okay das war ein Wehmutstropfen, der Job wäre wirklich überaus organisiert und routiniert gewesen. Nicht mal auf Veranstaltungen wird man eingeladen. Nicht Fisch, nicht Fleisch Status. Ohne diese Frau am Hintern hätte ich mir das wirklich überlegt.Die Möglichkeit hatte ich nun nicht mehr.

    Mitten in diese Gedanken kam eine Mail von der Sternenflotte. Meinem Versetzungsgesuch wurde stattgegeben. Versetzung? Fieberhaft ging ich alles durch , nirgends ein Hinweis dass ich um diese Versetzung gebeten hätte, dass war eine Falle. Fieberhaft nahm ich Kontakt auf, die nette Vorzimmerdame schickte mir das Gesuch umgehend zu. Oh. Nach der Kontrolle meiner Bewerbungsunterlagen war mir klar, dass ich mich zusammen mit Garret beworben hatte. Auf die Frage der Sekretärin ob sie das Gesuch vernichten solle, lehnte ich dankend ab. Wäre alles in bester Ordnung.
    Nun unter diesem Aspekt las ich mir die Versetzung zu dieser Mission in Ruhe durch. Das normale Schreibtischtäterblabla. Informationen würde ich morgen beim Briefing vor dem Start erhalten. Leichtes Marschgepäck erforderlich. Gut das hab ich bei Garett.
    Mir blieb nichts anderes übrig als erleichtert aufzuschreien. Nimm das, Weib, ich bin weg. Und zwar morgen. Und du kannst mich nicht aufhalten, ich bin dich los. Im Augenwinkel sah ich noch den Zusatz Garett O`Neill wäre ebenfalls über diese Mission zu informieren. Seinem Gesuch wurde ebenfalls stattgegeben.

    Auf den Tumult danach war ich nicht ganz vorbereitet. Da sitzt du im Stuhl und plötzlich stürzt eine Horde wildgewordener Security mit gezogen Phasern auf deinen Schreibtisch zu. Mir egal, freudig sprang ich auf rannte um meinen Schreibtisch herum und erklärte Garett freudestrahlend, dass ich gerettet war. Oh Herr im Himmel bin ich froh. Das er ebenfalls dabei war kam dann eher beiläufig durch.

    Der Rest hätte ein ruhiger Tag sein können, Betonung liegt auf können. Da mich meine Frau wahrscheinlich beinahe bei der Evakuierung meiner Wohnung erwischt gehabt hätte und ich weiß, dass sie nach meiner Abgabe der Wohneinheit, auch keinen Zutritt mehr hatte, war es eine Frage der Zeit bis sie hier auftauchen würde. Was mir im Ernstfall die Scheidung sauber verhageln könnte. Die Jungs waren schon am schon Pläne schmieden, wie man meine Frau fernhalten würde. Zwar typisch Garret, mehr abenteuerlich und ziemlich nah am Rande der Legalität, aber ja, machbar. Die Idee war gut bis meine Frau auf dem Campus wirklich auftauchte.

    Zwei Jungs stürzten mit Garrett zu mir, ich wurde die Gänge entlang gedrängt, bis sogar ich mich bald kaum mehr auskannte. Nachdem meine Frau allerdings nur ins Direktorat der Akademie ging, wurde alles wieder abgeblasen und ich durfte aus der Abstellkammer der Hausreinigung wieder raus.
    Als sie das Büro verliess war ein ähnlicher Aufstand. Sie wollten mich wegbringen und schafften es, dass sich beinahe die Wege mit meiner Exfrau kreuzten. Sie war überhaupt nicht auf den Weg zu mir. Als meine Frau schlussendlich doch zu mir ankam, saß ich nichtsahnend im Büro in der Falle.
    Mein Kommunikator brummte und ich hörte Garett wie er, aus seiner Sicht, autoritär meiner Frau gegenüber behauptete ich wäre nicht im Büro. Sie widersprach allerdings vehement, da ich dort ja geortet worden wäre. Verdammt. Kommunikator aus, runter von meiner Uniform, auf den Schreibtisch geschmissen und dann ab durchs Fenster. Erdgeschoss, Hinterhof gute Plätze zum Verstecken. Göttliche Fügung.
    Ich blieb erstmal verschwunden bis ich einen aus unserer Einheit traf, der dann Garett anfiepte. Mein Gott war der Junge erleichtert.

    Ich beschloss dann etwas verfrüht, Feierabend zu machen, wobei Garett lieber bis zum Ende im Dienst bleib um die Übergabe zu machen. Nein ich hatte kein schlechtes Gewissen meinen Kollegen gegenüber. Es war der letzte Tag, also was soll´s. Der gute Junge würde mir meinen Kommunikator bald wieder geben, also ging ich zu meinem neuen Quartier.

    Garett trudelte nach Feierabend mit meinem Pad und dem Kommunikator ein. Meine Ex hatte noch für einigen Streß gesorgt,sie konnte aber nichts über mich in Erfahrung bringen. Das Garett sie hauptsächlich Fek'lhr also Teufel nannte zeugte von dem Trubel den sie veranstaltet hatte. Sie konnte das wirklich gut. Meine Frau war anscheinend der Meinung gewesen, dass ich nicht wusste das sie ankam, und hatte ihre Habe in die Wohnung bringen lassen. Sie konnte auch immer noch hinein, ich hatte den Zugriff nie ändern lassen. Das war erst nach meiner Abmeldung der Einheit passiert. Sie konnte also später weder in die Wohnung, noch zu ihren Sachen. Und das bekam Garett alles ab.

    Da konnte er mir noch so steif und felsenfest die Stange halten. Sie hat ihm zugesetzt eindeutig. Jetzt war erstmal Frieden, ich hatte inzwischen mit der Hilfe einiger Kontakte dafür gesorgt, dass ich für sie nicht mehr zu orten war. Nicht mal die Bezeichnung Ehefrau würde ihr helfen. Und das war jetzt mein großer Abend, ich konnte die erneute Freiheit schon schmecken. Und den Blutwein.... Garett hatte ja noch eine offene Flasche übrig. Zum Anstossen und Feiern.


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