PO1 Garret O'Neal - SEC - Log 07 - 2019.8



  • Hauptpersonen:
    Nebenpersonen: Gesamte Crew
    Wörter: 836

    Persönliches Logbuch O'Neil - Computer, Missionszeit einfügen. Was? Okay. Dann eben nicht. Ist ja eh nicht wichtig.

    Nachdem ich im Bett eingeschlafen war, klingelte auch schon mein Wecker und ich hatte noch genug Zeit um mir eine halbe Kampfration zu genehmigen. Dazu kam noch ein Schluck Kaffee, ohne den man den Krempel nicht runterbekommt. Welcher Teufel hatte mich geritten, dass ich von meinem Steak Abstand nahm? Hunters Ex kann es nicht sein, da wir die ja auf der Erde zurückgelassen hatten. Leicht desorientiert tappte ich mit meinem Snack aus meinem Quartier, wo ich gleich im Nächsten stand. Ich entschuldigte mich und drehte mich um um diesmal auf dem Gang zu bremsen und mir ein Plätzchen zu suchen. Schließlich wollte ich noch mein kleines Training hinbekommen, mich waschen und dann nach Arbeit suchen.

    Nach den ersten 50 Liegestützen und Klimmzügen war mein Kreislauf schön langsam da, wo ich ihn haben wollte. Nach weiteren 50 stand ein Crewmember neben mir, mit einem Sandwich. Weichei. Ich hatte eine KAMPF-Ration. Ich brauche kein so dämliches Sandwich. Und schon garnicht mit Schinken und diesem Schmelzkäse, der den Geschmack derart abrundet, zwischen den zarten Weißbrotscheiben und dem Hauch Butter und den neckischen Essiggürkchen... Am liebsten, wenn die Weißbrot-Scheiben noch so ganz leicht angetoastet...

    Weicheier. Ich hatte meine Kampfration. Bei Kahless. Kampf für Krieger! Der Crewmember war eine Andorianerin, deren Namen ich natürlich aus Datenschutzgründen sofort vergessen hatte, welche verheiratet auf die Ration starrte und mir zum Tausch ein halbes Sandwich anbot. Jetzt musste ich stark sein. Dieses halb am Verhungernde Wesen brauchte definitiv mehr Kraft. Hm. Als Krieger war es natürlich meine Pflicht, den Schwachen zu helfen. Und so verhungert wie die Kleine aussah, erbarmte sich mein Herzen ihrer und ich tauschte mit ihr.

    Also saß ich da nun und ließ mir das Sandwich schmecken. Nachdem ich dann endlich am Damm war, konnte ich mich zum Dienst melden. Dieser bestand - wie nicht anders zu erwarten, mit Warten. Als ich vorschlug, ein bisschen Sparring zu betreiben, seufzten die Meisten ein bisschen, da sie es wahrscheinlich auf einen gemütlichen Urlaub abgesehen hatten. Die Commander hingegen schien über die Idee nachzudenken und fragte mich, ob ich bereit wäre mit ihr zu trainieren. Zugegeben, jetzt hatte ich Skrupel. Eine Medizinerin. So jung. Also hm. Wenn ich...

    Ich stellte mir einfach vor, ihre Uniform zu falten, während sie sie noch trug um die Gedanken loszuwerden, gegen ein schwächeres Wesen zu kämpfen. Im Freizeitraum angekommen, standen wir uns nun gegenüber. Ich dehnte mich kurz und knackte meine Gelenke durch und nahm Kampfhaltung ein. Na dann auf zum Wäsche zusammenlegen.

    Als ich nach der Commander greifen wollte, ging mein Griff ins Leere und ein Angriff traf mich ziemlich unvorbereitet in den linken Magen. Kahless sei Dank befand sich mein Frühstück im Anderen. Dann kam der Boden etwas nahe und ein paar Hände zogen mich auf die Beine. Hunters Stimme ertönte, "Dem geht's gut. Der kann sowas ab." Zugegeben - mein erster Angriff war leichtsinnig gewesen. Mit einem Kippstoß stand ich wieder auf den Beinen und ging in Position. Diesmal griff die Commander an und ich konnte ihren ersten Schlag gerade mal so umlenken, während mich ein weiterer Stoß zu Boden brachte. Diesmal jedoch mit einer kleinen Flugeinlage über ihren Rücken. Was zur Hölle?

    Ich begann langsam den Geschmack von Blut im Mund wahrzunehmen und kam in richtige Stimmung. "Nun, du kleine Medizinerin", dachte ich mir. Sie half mir auf die Beine und stand da, als wäre nichts passiert. "Sie müssen sich nicht zurückhalten, Mr. O'Neil", lächelte sie mir entgegen. Nun gut. Wer nach einem Dolch hieß, trug den Namen offenbar nicht umsonst. Sie sah mich fragend an. "Weiter?" Ich musste grinsen und ging wieder auf meine Position und knackte abermals mit den Knochen. "Konzentrieren Sie sich!".

    Mit diesen Worten lies ich den Klingonen von der Leine und ich konnte exakt zwei Schläge landen, bevor ich wieder neu beginnen musste. Unsere Schlagabtausche wurden immer intensiver und ich wollte nicht aufgeben. Ich konnte nicht aufgeben. Für einen Krieger heißt aufgeben Schwäche und ich hatte eben einen würdigen Gegner gefunden. Mit einem Schrei begann ich meine nächsten Angriff, der es mir für kurze Zeit ermöglichte, auf den Beinen zu bleiben und noch weiter zu machen. So ging es Kampf um Kampf und ich muss sagen, ich war... Glücklich.

    Wir sparrten ohne Rücksicht auf Verluste und ich bekam endlich die Gelegenheit auf die ich vielleicht schon mein Leben lang gewartet habe. Dann noch ein Training wie dieses um besser zu werden. Meine Lungenflügel begannen zu schmerzen und jeder Treffer den ich einstecken musste, gab mir neue Kraft. Ich wusste nicht mehr, wie viel Zeit wir im Ring standen, noch wo wir uns befanden. War das Sto'Vo'Kor? Ich weiß es nicht.

    Als ich wieder einmal auf dem Boden lag, knieten Mediziner bei mir und tauschten sich aus und wunderten sich nicht schlecht, dass ich mich wieder auf die Beine stellte um weiter zu machen. Die Commander hatte meinen Respekt.

    Es ist nicht schmachvoll, gegen einen überlegenen Gegner zu verlieren, denn ich hatte einige Dinge lernen können.


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