Lt.Jg Asu - CTO - Log 07 - 2019.8



  • Hauptpersonen:
    Nebenpersonen: Gesamte Crew
    Wörter: 991

    Im Shuttle

    Persönliches Logbuch Lt.Jg. Asu, Sternzeit 2019.8, Nach der zweiten Ruhephase

    Unsere Ruhephase war kurz und die Idee eines Crewmans aus der Technik hatte unsere volle Aufmerksamkeit ergattert. Die Sache war jetzt nicht unbedingt einen Nachtrag wert, dennoch eine beeindruckende Sache. Ein Crewman meinte, er hätte den Kampf zwischen dem Commander und dem Klingonen als Inspiration für ein Manöver gefunden. Genauer gesagt das Ausweichen der Commander, indem sie die Kraft des Klingonen gegen ihn verwendet habe. Zugegeben, ich habe den Kampf nicht verfolgt, aber es schien einige unerwartete Wendungen zu geben, die mich in diesem Moment nicht interessierten. Die Vulkanierin in mir sah nämlich eine plausible Lösung eines Problems. Anstatt uns mit diversem Lärm zu verraten schlug der Crewman vor, mit Gravitation zu arbeiten. Wenn uns größere Körper anzogen, konnte man dies als Katapult verwenden oder noch weiter verändern.

    So gesehen hatte die Taktik den Charme, das wir meist passiv und wenn dann nur mit kurzen Impulsen der RCS Thruster unseren Kurs korrigieren mussten um mit etwas "Feingefühl", wie er es nannte, eine sehr gute Beschleunigung an den Tag legen konnten. Unsere Korrekturen würden zudem in der Nähe der Asteroiden ebenfalls im Hintergrundrauschen untergehen. Ich hielt den Mann zurück und wir konnten einen groben Kurs festlegen, anhand der viel zu ungenauen Karten, welche zwar unzureichend sind, aber eine grobe Richtung vorgaben, die man in eine Art Suchnetz umfunktionieren konnte. Um es mit den Worten des Crewman zu sagen: Der Rest war dann nur noch Glück. Statistisch gesehen war die Idee das Beste was wir hatten.

    Nach der zweiten Ruhephase hatte ich vor der Commander zu berichten und wollte Meldung machen, als sie abwinkte und mir direkt die Erlaubnis zum Sprechen erteilte. Die Dame schien nicht viel von Förmlichkeiten zu halten. Ich versuche das positiv zu sehen, da es ein effektiveres Zusammenarbeiten ermöglichte. Als ich ihr den Plan erklärte, war sie erstaunlich schnell dabei und erweiterte die Idee die Karten durch eine Simulation zu erweitern. Dadurch konnte man entsprechend die Genauigkeit erhöhen. Ich merkte, wie sich meine menschliche Seite wieder etwas zurück hielt, was mir in dieser Situation mehr als nur Recht war, da ich nicht schon wieder einen schlechten Eindruck hinterlassen wollte. Doch die Commander hatte noch eine weitere Überraschung über. Angeblich hatte sie mich beobachtet - was ich jetzt nicht kategorisch ausschließen wollte, aber dennoch für unwahrscheinlich hielt, bis sie mich eines besseren belehrte und mir einige Ereignisse nannte, in denen ich mich vorbildlich verhalten hatte. Aus diesem Grund hatte ich nun die Technik unter mir. Das hieß, ich musste die Sache nun in die Tat umsetzen und rief die wachen Techniker zusammen. Kaffee-Zeit.

    Der Timer zeigte noch 41 Stunden, 37 Minuten und 12 Sekunden an, als ich mit dem Briefing nach dem Modell der Commander fertig war und die einzelnen Leute ihre Aufgaben hatten. Selbst der Crewman hatte offensichtlich seine Freude, als ich seine Leistungen in diesem Briefing unterstrich und ihn am Gürtel zurückhielt und ihn in das Kernteam aufnahm, bevor er abermals das Wasseraufbereitungssystem auseinander nahm um es wieder zu reinigen. Bei unserem Briefing hatte ich bewusst die Commander etwas gespiegelt und ihre gezeigten Verhaltensweisen interpretiert, was mir einerseits etwas Sicherheit in der neuen Position gab, andererseits war es doch gegen mindestens 8 ungeschriebene Gesetze gegen die sie offenbar erfolgreich rebellierte.

    Was machte eigentlich diese Frau so besonders? Ich nahm auf dem Co-Piloten Sitz platz und gab die ersten Berechnungen in den Computer ein und konnte so nachdenken. Welche Erziehung hatte diese Frau hinter sich, dass sie derart reagierte? Ich sah sie neben mir sitzen, mit geschlossenen Augen. Ihre Ohren schienen nicht unter den Haaren hervorzustechen, somit konnte ich ihre Herkunft von meiner Heimat ausschließen. Doch andererseits war ihr Auftreten genauso kühl wenn es die Situation erforderte. Wurde sie in den Lehren von Surak unterwiesen? Passte das zum Kolinahr? Andererseits widersprach sie mit einigen Taten bewusst der Philosophie meines Volkes. Ich zog es vor, diese Gedanken vorerst auf die Seite zu schieben und das Cockpit des Shuttles als eine Art geschützten Raum zu sehen, bis Hunter - ein Mann der Security der die Leitung der anderen Gelben übertragen bekam, scherzend den Raum betrat und lachend von der Niederlage seines Crewmembers erzählte und einige Daten zum Studieren dabei hatte. Er nahm einen weiteren Stuhl in Beschlag und es kehrte langsam wieder Ruhe ein, bis er fluchend und mit Emotionen geladen den Raum verließ.

    Nach einigen Minuten zwang mich der Ruf der Natur diesen Ort des Friedens zu verlassen. Als ich wieder kam, war mein Pad noch genau da, wo ich es hinterlassen hatte. Selbst die Commander hatte sich nicht großartig bewegt. Zugegeben, nach den letzten Stunden an Arbeit würde es mich nicht wundern, wenn sie im Sitzen einschlief. Ich legte also mein Pad so, dass ich beim weiteren Eingeben der Daten einige Überlegungen bezüglich dieser Frau anstellen konnte.

    Sie war abgesehen ihres Ranges nicht auffällig. Keine ausgeprägten Muskeln. Kein größerer Brustkorb oder irgendwelche Deformationen die auf Besonderheiten hinwiesen. Dass sie im Moment schlief, konnte ich aufgrund ihrer sichtbaren Körperspannung ausschließen. War es mein Schaden, wenn ich ihre Verhaltensweisen imitierte? Ich hielt es vorerst für das Beste in meiner aktuellen Situation dies zu tun, da es meinem inneren Menschen somit nicht gelang den Frieden zu stören. Nach einiger Zeit verließ auch die Commander wieder das Cockpit, nachdem sie ihre Gelenke mobilisiert hatte - eben wie man aus einer Meditation erwacht. Dann war ich wieder alleine mit meinen Daten, die sogar noch ein paar vorsichtige Fehleinschätzungen enthielten. Diese Fehler waren aber nicht gravierend, da wir die Geschwindigkeit unserer Suche sogar noch erhöhen konnten.

    Auch wenn es sich nicht ziemt, ich konnte mit meiner Leistung für diesen Zyklus durchaus zufrieden sein. Der Mensch in mir schien zwar anderer Meinung, doch hielt mich das nicht zurück mit diesem Gefühl im Bereitschaftsraum in Meditation zu versinken nachdem die Dienstübergabe erfolgt war. Bevor ich jedoch komplett versank, wies ich noch den Crewman, den ich als Koshkin in Erinnerung hatte, mich bei Problemen mit einem Kaffee zu wecken.


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