CMD Delila Vatak - CO - Log 07 - 2019.8



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    Im Shuttle

    Persönliches Logbuch, Commander Vatak - Drittes Logbuch nach dem Abflug

    Der Tageszyklus lief abermals kontrollierter ab. Alle die nichts zu tun hatten, was leider der Großteil der Mannschaft war, beschäftigte sich. Positiv anzumerken war die Annäherung der einzelnen Abteilungen untereinander Kontakte knüpften. Solche sozialen Brücken waren einerseits hinderlich für den Dienstweg, andererseits konnten sie die Effektivität der einzelnen Teams immens steigern, da andere Einheiten einen anderen Blick auf gewisse Situationen haben. Gewisse Riten schienen sich auch schon zu festigen. Was ich noch nicht beurteilen kann war deren Auswirkungen auf die Leistungen, aber auch diesen Abend wurde von der Security Karten gespielt oder der Crewman mit der Slingshot Idee nähte wieder. Andere saßen mit Pads herum und versuchten sich geistig etwas fit zu halten.

    Irrational, aber doch bemerkenswert war der Schritt der Security einer Andorianerin ein Einzeltraining zukommen zu lassen, indem sie ihr korrekte Schlagtechniken zeigten. Die Methodik das Ganze an den Bauchmuskeln des Halbklingonen zu lehren stelle ich aus medizinischer Sicht in Frage, dennoch ist es für die Handgelenke, die ihr Bandagiert wurden um den Sicherheitsstandards einigermaßen zu genügen, schonender als gegen hier verfügbare Gegenstände zu schlagen. Angesichts mangelnder Geräte war der Einfallsreichtum der Leute sehr hoch. Das lies die Erfolgschancen unserer Mission beachtlich auf 1,98% wachsen. Auch wenn die Aussicht nicht gerade viel Weitblick zulies - genauer gesagt nur 3m 17cm bis zur Wand des Containers, war das durchaus schon etwas, das einen gewissen Optimismus zulassen sollte. Dazu die allgemeine Motivation gerechnet waren 9,27% Erfolgschance durchaus realistisch. Der Rest würde sich zeigen, wenn wir mehr Informationen hatten.

    Die Alpha-Schicht der ich eigentlich auch angehörte, hatte gerade Ruhepause. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich die von mir aufgestellten Regeln mit den Ruhezeiten brach, aber andererseits war es zum Besten der Crew die ich hier zu beschützen und heil wieder zurück zu bringen hatte. Selbst die Direktiven der Starfleet hatten diesen Passus inne, in dem bewusst Regeln gebrochen werden durften um unverhältnismäßig großen Schaden abzuwenden. Ich bewegte mich zu den sanitären Anlagen um angesammelte Reinigungsflüssigkeiten abzulassen und konnte die Situation als ruhig betrachten. Selbst der Countdown verhieß noch 31 Stunden, 12 Minuten und 27 Sekunden - doch konnte ich mit Sicherheit sagen, dass das nur eine Richtwert darstellen konnte, so ohne Zeitsignal von der Sternenflotte. Alleine schon durch die Tatsache der Reisegeschwindigkeit verging die Zeit für uns langsamer als für jene die sich nicht bewegten. Somit war zwar der Timer völlig unbrauchbar, doch hatte ich gelernt, dass dieser den Leuten eine gewisse Sicherheit gibt, da nichts Unverhofftes eintreten sollte, wie zum Beispiel das Signal zum 'Verlorengehen', das uns in diesem Moment gegeben wurde.

    Um den Schock vorzubeugen, setzte ich den Timer am Display auf Abgelaufen und wies die mir über den Weg laufenden Leute an, die Anderen zu wecken und Bereitschaft herzustellen. Hunter bekam einen Wink um den Waffenschrank zu öffnen und die Crew für eventuelle Notfälle zu bewaffnen. Trotz Schlaftrunkenheit, welche in wenigen Augenblicken verflogen war, wurden die Lichter auf Rot geschaltet um Störungen von eventuellen Lichtquellen verträglicher zu gestalten. Selbst die Medizin und Wissenschaft war in Bereitschaft. Alle Pulte waren besetzt und dann wurde auch schon die entsprechende Haltevorrichtung des Containers gelöst. Sicherheitshalber rief ich ein 'Festhalten!' in den Raum, als auch schon Energie auf Trägheitsdämpfer und strukturelle Energie geleitet wurden. Offenbar war die Technik bereits geistig anwesend und hatte richtig Reagiert.

    Wie vorausberechnet wurden wir durch die Gegend geworfen und der Container um uns bestätigte die Belastung durch das Aneinanderscheuern und Deformieren der Platten. Das Aufglühen einer Stelle wies darauf hin, dass die entsprechende Beschleunigung durch den Triebwerksstrahl wie geplant passiert war. Sobald sich die Lage etwas beruhigt hatte, forderte ich einen Bericht der einzelnen Stationen an da ich nicht an der Steuerung saß. Somit blieb mir nur die Position in der Mitte des Raumes, das Geben von Kommandos und das Vertrauen dass jene richtig umgesetzt wurden.

    Im Hinteren Teil des Schiffes war die Sicherheit daran sich vorzubereiten. Man hörte deutlich die Stimme des Halbklingonen, die dem Rest der Crew etwas von Mut, Ehre und Kampfgeist erzählte. Ich verstand diese Motivationen zwar nicht, doch waren sie ein fester Bestandteil jeder fühlenden und mir bekannten Kultur. Noch 27 Sekunden bis zur Sprengung unseres Containers.

    Eine Druckwelle erschütterte das Shuttle abermals und die Blindheit hatte ein Ende. Nun war der Moment der Wahrheit gekommen, das erste mal den Raum zu scannen, Uhren zu synchronisieren und uns leise zu unserem Ziel zu bewegen. Doch eine Aufgabe mit entsprechendem Zeitdruck stand uns noch bevor: Die Platte welche uns als Verankerung am Boden diente war offenbar durch die kinetischen Einwirkungen der unsachgemäßen Beschleunigung nicht von uns gelöst worden und die daran befestigte Ladung sie zu vaporisieren war bereit in 8 Minuten und 3 Sekunden ihren Dienst zu verrichten.

    Um den Schaden gering zu halten oder sogar zu vermeiden hatte es absolute Priorität die Platte loszuwerden. Das sah auch die Ops und blickte panisch auf die Instrumente nachdem nicht einmal ein Auslösen der Antigravitationseinheiten oder ein Schub mit dem RCS die Platte von uns trennte. Ich rief nur noch ein "Triebwerke aus" in das Cockpit, bevor ich die Abdeckung eines Kastens unter Zuhilfenahme von etwas mehr Kraft aufstemmte um den darin befindlichen EVA-Anzug anzulegen. Aufmerksam wie die Gruppe war, band Koshkin noch ein Seil an den Anzug bevor ich mit Hilfe der Restlichen vollständig angezogen war. Da ich keine Zeit mit Erklärungen verlieren durfte, beschränkte ich mich auf das Nötigste und schnitt Unterhaltungen kurzerhand ab. Ohne aktivierte Lebenserhaltungssysteme manövrierte ich mich durch das Kraftfeld der inzwischen geöffneten Luke. Ein Detail, von dem ich ausging, dass es übersehen wurde. Zugegeben, ich war nicht auf die Lebenserhaltungssysteme angewiesen, jedoch war es auch nicht sonderlich klug, die Leute mit meinem Wesen zu konfrontieren und zu verwirren.

    Sobald ich visuellen Kontakt zur Verankerung herstellen konnte, war das Problem offensichtlich: Durch die thermischen Einwirkungen der Triebwerke war die auftretende Verwindung der Platten größer als angenommen und somit die improvisierte Andockklammer verkantet. Mit dem mitgebrachten Phaser des Typs III konnte ich die verkeilten Teile losschneiden. Da es sich bei den Containern um ein sehr hitzebeständiges Material hielt, musste ich den Phaser auf Stufe 12 betreiben um die Verankerungen derart zu erhitzen, dass ich sie unter Zuhilfenahme von Gewalt losbrechen konnte. Durch die Krafteinwirkung wurde einerseits die Platte vom Shuttle weggedrückt, aber auch ich weggeschleudert - so wie es die Physik durch Kraft und Gegenkraft verlangte. Das Seil spannte sich und ich wurde unsanft, aber schnell in das Shuttle gezogen und von 8 Händen aufgefangen während auch schon die Luke dicht gemacht wurde. Da das Losschneiden so lange gedauert hat, war das Schließen der Luke die richtige Entscheidung der Leute gewesen, da die Ladungen auslösten und wir erneut durchgeschüttelt wurden.

    Als mir der Helm abgenommen wurde, hatte ich wieder ausreichend Möglichkeiten um zu kommunizieren und konnte mich nach der Lage erkundigen. Wir waren, wie man auf der Erde immer wieder hörte, mit dem Schrecken davongekommen. Die einzelnen Individuen nahmen diese Aktion unterschiedlich auf: Manche sahen es als Unverantwortlich, andere als Heldenhaft und taten dies auch im Flüsterton kund. Doch die Unversehrtheit der Crew bestätigte mich in meinem Handeln, da ich bedeutend einfacher zu reparieren war als organische Materie.

    Die Lage um das Shuttle war ruhig. Man mochte zwar die Detonation mitbekommen haben, doch war diese durch die Nähe des Frachters nichts was Verdacht erwecken würde, so lange wie befohlen der Vorfall als normaler Unfall behandelt wurde. Das Gegenstück zur Ruhe um das Shuttle war im Inneren los: Die Technik simulierte die Route und begann mit der Ops das geplante Manöver einzuleiten, die Security brachte das Durcheinander an Bord in Ordnung, während die Medizin sich arbeitslos umsah und die Con mit der Suche betraut war und diverse Leute den Wunsch hegten mit mir unter vier Augen sprechen.

    Nun begann die nächste Phase der Mission, welche damit eingeleitet wurde, dass mir jemand meine Tasse mit meinem Kaffeeersatz reichte.


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