Lt.Jg Asu - CTO - Log 08 - 2019.8



  • Hauptpersonen:
    Nebenpersonen: Gesamte Crew
    Wörter: 863

    Im Shuttle

    Persönliches Logbuch Lt.Jg. Asu, Sternzeit 2019.8, Nach der dritten Ruhephase

    Ich war mir sicher, dass der Timer noch nicht abgelaufen war, als man mich ohne Kaffee und entgegen meinen Anordnungen aus der Meditation riss und dennoch zeigte der Timer 0:00 an. Mit anderen Worten, war meine Meditation entweder zu tief oder sonst etwas vorgefallen. Ich band mir die Haare zusammen und war Einsatzbereit. Offenbar war es wohl an der Zeit Bereitschaft herzustellen. Da ich im Bereitschaftsraum war, spurtete ich ins Cockpit zu einer der freien Konsolen und schaltete mir die technischen Systeme auf. Da das Shuttle einige Minuten benötigte um alle Systeme vollständig zu booten, war der beste Zeitpunkt damit zu beginnen eigentlich schon vergangen. Jedoch durch das Missachten einiger Protokolle und das damit verbundene Verschieben von Überprüfungen nicht essentieller Systeme sollte es möglich sein, die verlorene Zeit zu überbrücken.

    Die Systeme fingen gerade an zu booten, als ich den Beginn einer Beschleunigung feststellen konnte. Da die Trägheitsdämpfung noch nicht vollkommen Einsatzbereit war, konnte ich sie nur sehr spät aktivieren, was dazu führte, dass wir kräftiger durchgeschüttelt wurden als es geplant war. Doch damit war das Maneuver noch nicht komplett ausgestanden, da jetzt - sofern sich alle an den Plan hielten - unsere Tarnung abgesprengt werden sollte. Das Dumme an solchen Prozeduren war immer die Planung, wenn sie durch Taktiker anstatt von Technikern durchgeführt wurde. Annahmen wie 'Das Shuttle wird das schon aushalten' sind nicht gerade wissenschaftlich belegt, noch sehr Crewfreundlich. Ich konnte nur noch ein "Festhalten" rufen, als die Druckwelle der Sprengung auf uns einschlug. Ich war mir nicht sicher ob meine Warnung gehört wurde, oder ob sie im Lärm unterging. Doch hatte ich keine Zeit um darüber nachzudenken. Schließlich ging es nun darum die Sensoren online zu bringen um überhaupt irgendetwas zu wissen.

    Ich war noch nicht einmal fertig mit dem Protokoll, als auch schon Commander Vatak verschwunden war. Doch die ganze Angelegenheit schien noch delikater zu werden, da unsere Verankerungsplatte sich verzogen hatte und wir sie nicht abwerfen konnten. Das merkte auch unsere Con anhand der Annäherungs-Sensorik und versuchte es mit den üblichen Mitteln. Ich bereitete mich geistig bereits darauf vor, das Shuttle entsprechend zu reparieren und bei Bedarf einen Hüllenbruch zu versorgen, als zu meinem Frust eine unautorisierte Öffnung der Luke registriert wurde. Eine Stimme rief ein Kommando, das ich ausblendete, da ich mit Hochdruck daran arbeitete, Kraftfelder und die strukturelle Integrität zu verstärken um so viel als Möglich vom zu erwarteten Schaden zu absorbieren und abzuwenden. Dann auf einmal erlosch die Anzeige der Luke.

    Was war passiert? Ich war etwas unsicher, aber da die Platte inzwischen wegdriftete, konnte ich die Schildsysteme teilweise einsetzen und das Auftreffen der Druckwelle dämpfen, sodass wir nur durchgeschüttelt wurden. Als ich zum Mittelteil des Shuttles und dessen Einstieg schaute, sah ich unsere Commander, wie man sie aus einem EVA Suit befreite, während sie auch schon die nächsten Kommandos gab.

    Der einzige Grund um in dieser Situation in einem EVA Suit zu stecken ist das Verlassen des Shuttles. Und wenn ich die Fakten richtig auslegte, hatte ich ein Gespräch mit der Commander vor mir, da sie mit ihrer Aktion sich nur unnötig in Gefahr gebracht hat. Ohne ihre weitere Kenntnis der Mission sah es ziemlich duster aus. Ich übergab die Konsole an den nächst besten Techniker und bot die Commander um eine Aussprache, in der ich ihr klar machen wollte, wie ihr Verhalten auf mich wirkte. Zugegeben, es war heroisch aber auch töricht zugleich.

    Wir waren ordentlich durchgeschüttelt worden, wie die Unordnung auf dem Bereitschafts-Bereich zeigte. Rationen lagen kreuz und quer umher. O'Neal bekam einen Faustschlag als er jemandem auf die Beine half. Kaffeebecher waren umgefallen. Würgegeräusche aus dem Sanitärbereich. Nichts was jetzt grob meiner Aufmerksamkeit bedurfte oder gar ungewöhnlich war.

    Nachdem unsere Commander nun noch einen Kaffee gereicht bekam, war es an der Zeit, ihr meine Bedenken mitzuteilen. Diskret, da es sich nicht gehörte, sie vor der gesamten Crew in Frage zu stellen. Doch in meiner Aufgabe als leitender Offizier war es meine Pflicht meine Bedenken zu äußern und sie damit zu konfrontieren.

    Ein leeres Quartier welches als Frachtraum genutzt wurde, diente als Besprechungsraum, wo ich ihr meine Bedenken offenbarte. Sie reagierte sehr gelassen, wie ich es erwartet hatte und konfrontierte mich mit der quantitativen Analyse der Situation im Verweis auf die galaktischen Notfall-Prozeduren. Ich konnte auf diese Logik zwar nichts erwidern, doch nahm sie zumindest meinen Einwand zur Kenntnis und dankte mir für diese konstruktive Kritik.

    Zugegeben, ich brauchte erst einmal einen Kaffee während ich auch schon wieder auf der Brücke gebraucht wurde um den Slingshot-Kurs zu überwachen. Auf dem Weg dorthin sah ich den Crewman, der die Idee hatte. Ich zog es vor ihn für dieses Verhalten auf die Brücke zu holen. Auch wenn ich nicht wirklich mit Humor vertraut bin, versuchte ich ihn mit dem Hinweis, dass er uns diesen Kurs eingebrockt hatte die Situation aufzulockern. Auf der Brücke angekommen, ging es wieder ruhig und geregelt zu. Nur ab und an kam ein Security vorbei um etwas vom Chaos zu beseitigen während wir der Con die neu berechneten Kurskorrekturen angaben. Nur von der Commander würden wir eine Weile nichts sehen, da sie offensichtlich von einigen Leuten Feedback erhalten sollte.


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