PO1 Garret O'Neal - SEC - Log 11 - 2019.8



  • Hauptpersonen: EVA Team
    Nebenpersonen: Gesamte Crew
    Wörter: 949

    Persönliches Logbuch O'Neil

    USS Pyrrhus

    Meter für Meter führte ich das Team durch die Gänge des Schiffes, das nun jetzt besser ein paar Gegner für mich bereit zu halten hatte. Peinlichst genau nahm ich mir jede Ecke und jede Kante vor - genauso, wie wir es gelernt hatten. Zugegeben, die Idee die Stiefel abzudrehen brachte mir eine gewisse Wendigkeit, aber auch den Nachteil dass ich endlos durch den Raum flog. Dreck. Kaputte Teile und endlich ein Gegner? Nein, es war nur ein Overall der sich im Lampenschein einige Hiebe eingefangen hatte.

    Hinter mir herrschte ein ruhiges und geordnetes Bild. Ich führte den Zug an, während Travis die Nachhut bildete und uns den Rücken deckte. Die Medizin war sicher wie in Abrahams Schoß in unserer Mitte untergebracht und scannte eifrig nach Lebenszeichen. Unsere Kommunikation verlief meist durch Zeichen und wir kamen leider nur schleppend voran, da unsere Truppe natürlich wie ein Targ an jeder Ecke stehen bleiben musste. Nachdem es ziemlich eindeutig schien, dass hier nicht viel für die Medizin zu tun war, gingen diese von Bord und machten ihr Ding auf dem Shuttle.

    Der verkleinerte Trupp machte zwar unser Tempo auch nicht viel besser, aber es gab mir doch ein besseres Gefühl ein paar Leute vom Schlachtfeld zu wissen. Nicht dass ich ihnen nicht einen ehrenvollen Tod gegönnt hatte, aber jetzt war erstmal ich an der Reihe. Aber genug der Gefühlsduselei. Da sich unser Team nun nur noch aus gelbem Material bestand, war es wenigstens kein sinnloses Herumirren mehr. Die Besprechung nach dem Herausbeamen der Medizin ergab Checkpoints, die wir einzunehmen und zu sichern hatten. Zugegeben, die Hitze in diesem Anzug war nervig, da mir inzwischen der Helm beschlug und ich konnte keinen Gegner riechen. Alles in Allem doch kein so guter Tag zum Sterben.

    Der erste von der Technik festgelegte Checkpoint war der Treibstoffvorrat. So wie ich das verstanden habe, war es wichtig dass wir diesen irgendwie sichern und mit Energie versorgten, damit uns das Zeug nicht um die Ohren flog. Die spinnen doch, diese Techniker. Langsam tasteten wir uns voran zur Cargo-Bay, dem Hauptlagerraum des Schiffes um über den dortigen Turbolift-Schacht von Deck 7 oder Deck 6 in den Maschinenraum zu kommen. Je nach Zugangslage. So die Theorie. Praktisch sah das so aus, dass die Technik eine Richtung vorgab, die ich räumte und dafür sorgte, dass wir auch dort ankamen - auch wenn dies hieß, Container wegzudrücken und Gitter aus der Wand zu reißen.

    Um ehrlich zu sein, es tat verdammt gut, sich mit Gewalt nach vorne zu arbeiten. Es mag vielleicht ein unterschätzter, aber doch sehr befriedigender Weg sein - entgegen den Angaben des Docs, der es immer verdrehte. In der Cargo Bay konnten wir den Wartungszugang über die Frachtkontrolle aufbekommen und ich wurde erstmal mit einem Schwall irgendwelches komischen Zeugs getroffen, von dem mir die Techniker versicherten, dass dem Anzug nichts passiert sei. Wenigstens war ich dadurch im hier fliegenden Schrott besser getarnt. Verdammt! Hatte ich mein Artefakt bei mir? Ich klopfte sofort meine Taschen ab und spürte den Kolben unter dem Anzug und musste Grinsen. Offenbar waren die Götter an meinem Bad schuld, mit dem sie mir so vortreffliche Tarnung schenkten. Lang lebe Smith und Wesson. Und Kahless! Also - Sicht frei wischen, Phaser richten und weiter. Krönchen waren leider aus.

    Die Luke die wir aufgestemmt hatten, war ein dickes Rohr mit einiger Verkabelung, in dem der Turbolift fahren sollte - was er auf diesem Schiff wohl auch nicht so schnell tun würde. Die gute Nachricht war, dass dieses Rohr relativ frei von Müll war und wir uns viel schneller fortbewegen konnten, als es vorher der Fall war, bis wir zu einem Knick kamen, der uns - so die Technik - von Deck 7 auf 4 bringen sollte. Um in den Maschinenraum zu kommen, war dann natürlich wieder eine Luke im Weg, welche sich mit ausreichend Überredungskunst meine Tarnung nochmals verfeinerte.

    Nun, dass ich nicht die einzige Person an Bord war, die Fluchen konnte, war leicht festzustellen. Wenn es die Technik, die das im Übrigen auch sehr gut beherrschte auf einmal nicht tat, war etwas faul. Gerade wenn sie sehr deutlich das Signal zum Rückzug gaben. Dieser geschah aber aus taktischen Gründen über die Shuttlerampe, auf Deck 5, welche sich durch das Schuttfeld in Richtung 'da lang' über den Shuttleaufzug erreichen ließ. Durch einen Kraftakt vereinter Kräfte war es uns sogar möglich, mit Hilfe der Technik und deren Tricks, das Shuttlegate zu öffnen, was uns sogar ermöglichte, den Anderen ein Signal zu geben um uns aufzupicken.

    Shuttle

    Wieder am Shuttle angekommen, war es natürlich kein Wunder, dass wir alle eine Dusche brauchten - das hatten diese Anzüge so an sich. Nur mit dem Dreck auf dem Meinem, wurde ich mitsamt diesem Ding in die Dusche bugsiert um von da wegen den paar blauen Flecken bei den Medizinern landete. Hat diese Bande nichts besseres zu tun?

    Die kleine Blaue saß in der Zwischenzeit auf einer Kiste und schien mir entsprechend Niedergeschlagen aus, auch wenn sie nicht an Bord des Schiffes war. Da die Mediziner mich noch nicht unter die Dusche gelassen hatten und mir die Uniform, die ich mir wieder irgendwo eingeklemmt haben musste abgenommen hatten, stand ich zugegebenermaßen nicht in Amt und Würden da. Aber so sitzen lassen wollte ich die Kleine auch nicht - Also kniete ich mich zu ihr hin um sie auf Augenhöhe zu haben und erklärte ihr, dass die Menschen, die an Bord des Schiffes waren, sicherlich einen ehrenvollen Tod hatten. Aber was tut man nicht alles für die Crew. Also strich ich ihr einfach durchs Haar und redete beruhigend auf sie ein, bis auf einmal ihre Nase in meiner Bauchgegend kitzelte und sie irgendwas von Sterben und beschissenen Tagen murmelte. Ja, heute ist ein beschissener Tag zum Sterben.


Log in to reply
 

© 2019 - Viktoria Rei Bauer - Contact