Lt.Jg Asu - CTO - Log 09 - 2019.8



  • Hauptpersonen: EVA Team
    Nebenpersonen: Gesamte Crew
    Wörter: 1564

    Im Shuttle

    Persönliches Logbuch Lt.Jg. Asu, Sternzeit 2019.8

    Unser Slingshot Kurs verlief so weit nach Plan, sodass wir sogar mehr Tempo aufnehmen konnten als wir durch die verschiedenen Gravitationsfelder verloren. Unsere Simulationen und Berechnungen waren damit zwar immer wieder invalidiert worden, aber auch schnell erweitert und die Suche wurde durch die Strömungsberechnungen zudem beschleunigt. Ein Erfolg? Naja - noch hatten wir unser Ziel noch nicht gefunden, aber die Erfolgschance stieg mit jeder Stunde, die wir uns fortbewegten. Immer wieder gab es Anzeichen von unserem Ziel. Mal eine sehr schwache Ionenspur, mal ein paar vaporisierte Gase, die an einem Asteroiden klebten. Als sich die Spuren jedoch zu verdichten begannen, gaben wir der Commander bescheid, worauf sie die aus dem Cockpit verschwand. Ich rechnete schon wieder damit, dass sie in erster Front stehen würde. Doch ich sollte mich irren.

    Da war es, das Schiff das wir suchten. Der Zustand war erschreckend und es war zudem noch sehr schwer das Schiff von Außen zu scannen. Kein System an Bord sprach an. Es blieb uns somit nichts Anderes übrig als ein gemischtes Außenteam an Bord zu senden. Doch ein direktes Beamen in das Schiff war bei den entsprechenden Interferenzen nicht möglich. Da wir noch keine wirklich handfesten Informationen in der Hand hatten, war es auch kein kluger Gedanke zu nahe am Schiff zu sein - nicht dass es noch ein paar ungeliebte Überraschungen gab.

    Vatak gab den Befehl das Shuttle langsam zu stoppen und eine Reichweite von 5 Kilometern zu halten. Zugegeben, ich war überrascht dass sie den Abstand nicht vergrößern wollte, doch war es eigentlich sehr klar was ihr Motiv war. Je weiter wir beamen mussten, desto mehr Energie wurde für den Transporterstrahl benötigt. Ich konnte mit den fünf Kilometern eigentlich ganz gut leben. So lange die Crew ihre Kommunikatoren trug, war es leichter sie zu erfassen und wieder zurück zu holen. Die Commander entschied, dass ein Team nach Unten zu schicken und verschwand dann in einer Koje um sich zurück zu ziehen. Nach dieser langen Zeit auf den Beinen war es klar, dass sie irgendwann mal auch Ruhe benötigte. Ich wunderte mich nur, dass sie an unsere vulkanischen Zeiten heran kam. Andere Wesen sind bekannt dafür mangelnds Disziplin noch früher zu kollabieren.

    Als ein Yeoman den Dienst auf der Brücke übernahm, nickte uns dieser zu und ein Techniker übernahm wortlos die Transportersteuerung um die einzelnen Personen erfasst zu halten. Doch was hatten es für eine Bewandtnis mit den Streifen im Gesicht, welche sich verstärkt bemerkbar machten? Sollte ich danach fragen? Nein. Ich hatte Zeit. Unsere Zeit hier war zu kostbar um sie mit Smalltalk zu füllen. Meine Aufgabe bestand darin, so viel wie möglich über den Zustand über das Schiff in Erfahrung zu bringen, da auf diesen Daten das weitere Vorgehen basieren sollte. Doch war die Ausbeute sehr mager - zugegeben, ich fand nur Äußerlichkeiten mit den passiven Methoden die mir zur Verfügung standen, sowie Strahlungslecks und Störungen, die uns auch nicht weiter halfen.

    Ich zog es vor, mir selbst ein Bild von dem Schiff zu machen und teilte mich dem Aussenteam als technische Person zu.

    Ich staunte nicht schlecht, als alle Leute Streifen im Gesicht hatten. Was war hier für eine Volkskrankheit ausgebrochen? Die Lösung lies nicht lange auf sich warten, als ich ein komisches Ding in die Hand gedrückt bekam und eine Erklärung, was ich zu sagen hatte, wenn ich die Streifen auftrug. Offenbar ein altes Ritual der ehrenvollsten Kämpfer der Erde. Ich wusste nicht recht ob ich über die Geschichte lachen oder nur den Kopf schütteln sollte. Mensch und Vulkanier in mir konnten sich das Thema gerne später zu ende Denken und mich wissen lassen, was ich von der Legende von Smith und Wesson zu halten hatte.

    Die Besprechung mit der Crew war sehr kurz und effektiv gehalten. Ganz nach meinem Geschmack, da es eben nicht viel zu reden gab wenn man nichts weiß. Damit stieg die Crew in ihre Anzüge und man half sich gegenseitig, bis wir auf der Transporterplattform standen und Paarweise auf die Hülle des Wracks vor uns gebeamt wurden. Eine Miranda-Klasse, die eigentlich 11 Decks hätte, von denen sich die Decks A, B und D bereits komplett verabschiedet hatten.

    USS Pyrrhus

    Auf dem Schiff angekommen, war der Zutritt nur durch Zuhilfenahme von Gewalt möglich, da die komplette Energie ausgefallen war und die Notsysteme in diesem Bereich komplett ausgefallen waren. Wie lange das Schiff wohl so hier lag? Ich scannte mit dem Trikorder, den ich bis zur Rückkehr auf das Schiff nicht mehr aus der Hand legen wollte, da ich Thoriumrückstände auf dem Schirm hatte. Was die Gewalt betrifft hatten wir den übereifrigen Security im Team, der natürlich einen auf ganz wild machen wollte und weder mit noch ohne Magnalocks zurechtkam. So war es wenig verwunderlich, dass er wie ein Gummiball durch die Gänge "posierte", gegen Wände, Türen, Kisten und alles Mögliche und Unmögliche was da so rumflog mitnahm.

    Das Gute an dem Wrack war, dass es ein überschaubares Schiff war. Miranda Klasse - also Klasse 6 und offenbar als Kreuzer eingerichtet, wie die Hülle zeigte. Hüllenbrüche und Einschläge auf der gesamten Aussenhaut ließen das Schiff schon schlimm aussehen. Aber um ehrlich zu sein, sah das was wir im Inneren bis jetzt gesehen hatten, sah auch nicht besser aus.

    Sollten wir wider Erwarten aller Anzeigen auf Leben stoßen, so war dieses mit Sicherheit durch das Gehabe dieses Mannes in unserer Zahl irritiert. Zum Glück hatten wir keinen permanenten Funkkontakt sondern nur eine temporäre ODN Verbindung, die wir bei Bedarf zusammensteckten. So musste ich mir wenigstens keine Meldung verkneifen oder mich ansonsten zusammennehmen. Als wir einen groben Scan der Decks hinter uns gebracht hatten und wie von mir erwartet keine Lebenszeichen entdecken konnten, war das medizinische Team die Ersten, die wir zurückholten um sie aus der Gefahrenzone zu haben und um einen provisorischen Versorgungsbereich zu schaffen. Wir Techniker wussten was wir von Thorium halten mussten und dessen Wirkung auf Sensoren.

    Somit waren es schon mal weniger Leute, auf die wir aufpassen mussten. Weniger Leute heißt automatisch effizienter vorrücken. Normalerweise. Und dann war da noch O'Neal. Zugegeben, er war effektiv darin uns den Weg zu bahnen. Ob er jetzt mit Objekten kollidierte, oder sie zur Seite Drückte - es ergab immer wieder Lücken durch die wir mit Leichtigkeit schlüpfen konnten. Wir befanden uns am letzten Überlebensbunker, der Observationslounge Achtern. Nun hatten wir ein genaues Ziel vor Augen: Die Treibstoffvorräte, da diese uns mitunter noch gefährlich werden konnten.

    Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich es nicht versucht habe, unserem Klingonen den Weg zu beschreiben. Er hatte es einfach nicht verstanden und war so erpicht darauf irgendwelche Gegner zu erschlagen, dass ich nur noch Richtungsangaben machte, wohin er zu gehen hatte. Von der Kampfbrücke zu den Treibstoffvorräten war es eigentlich nicht so weit. Doch die Trümmer die uns den Weg versperrten erreichten in der Gegend der Cargo-Bay ein unerträgliches Maß, das mich dazu bewog, die Röhre des Turbolifts als Weg zu benutzen. Zudem schien dieser Weg weitaus besser dazu geeignet, meine Nerven zu schonen. Doch diese Rechnung sollte sich ändern. Als unsere Vorhut die Luke ohne entsprechendes Vorgehen aufbrach, war es natürlich klar, dass die unter Druck stehenden Kolben ihre Hydraulikflüssigkeit verlieren und diese nach den Gesetzen der Physik eben dort tun, wo sie konnten. Der Klingone bekam die volle Ladung ab und sein ehemals weißer Anzug hatte schon lange diese Farbe verloren.

    Der einzige Vorteil für uns bestand nun darin, dass wir ebenfalls in Anzügen steckten und unsere Sauerei sowie der Gestank sich in Grenzen hielten. Im Schacht des Liftes war es nun noch kein großes Thema, die Maschinendecks zu erreichen, von denen wir zu den Treibstofftanks kamen. Drei ganze Decks. Etwa 12 Meter. Ein kleiner Schritt für Techniker, ein riesen Sprung für einen übermütigen Klingonen. Dusche bei der nächsten Luke inklusive. Der Maschinenraum sah katastrophal aus, doch war es mir möglich an die Treibstoff-Tanks zu kommen. Die gute Nachricht des Tages war, dass noch Antimaterie und Dilithium vorhanden waren. Die Schlechte, dass uns die Antimaterie um die Ohren fliegen würde, wenn die Kraftfelder zusammenbrachen.

    Ich winkte somit dem Security einen schnellen Rückzug, den wir über die Shuttlerampe am Besten machen konnten, da sich in meinem Kopf bereits ein Notfallplan formte: Das Shuttle musste als externe Stromversorgung dienen, während die Technik die Tanks sichert und neu verkabelt. Somit hatten wir zumindest einen angenehmeren Heimweg, da ich nicht unbedingt die Lust verspürte, länger als nötig auf diesem Schiff zu verweilen. Beim Rückzug war es klar, dass sich unser Klingone jede Ecke wahrscheinlich mit Vornamen einprägte, so innig wie er jede ansteuerte und damit kollidierte. Ich könnte mir dieses Spektakel durchaus länger ansehen und genießen, aber einerseits tat mir die Technik leid und der Zeitdruck der uns inzwischen im Nacken saß war auf der anderen Seite auch nicht zu verachten.

    Im Shuttle

    Als uns das Shuttle - dank freiem Kurzstreckenfunks aufpicken konnte, war es irgendwie eine Erleichterung aus dem Anzug zu steigen und gleichzeitig ein Vergnügen den übereifrigen Sicherheitsmenschen mitsamt des Seinen unter die Dusche zu stellen. So wie dieser sich eingesaut hatte, war das durchaus zufriedenstellend und für mich ein fairer Ausgleich bevor ich mich mit den Anderen die neue Situation besprach. Da die Commander noch schlief, berichtete ich kurz dem Yeoman von unseren Funden und gab die nötigen Befehle an den Steuermann um uns in den Shuttlehangar zu maneuvrieren, als sich eine kritische Stimme aus dem Hintergrund bemerkbar machte und darauf bestand, die Commander zu wecken.


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