CMN Misha Nikolaevich Koshkin - TEC - Log 05 - 2019.10



  • Hauptpersonen: Vatak, Asu
    Nebenpersonen:
    Wörter: 489

    Shuttle, Cockpit

    Das Arbeiten auf der Brücke hatte schon einen gewissen Reiz, wenn man alles im Blick hat. Gerade mit Asu, welche sich immer mehr als umgängliche Person entwickelte - zumindest war sie für meine Kursänderungsvorschläge immer offen und es war alles fast zu schön um wahr zu sein, wenn da nicht das Thema mit der Commander noch im Raum stünde und wie ein Glutnest in mir vor sich hin brodelte.

    Dabei sollte ich mir wahrscheinlich keinen zu großen Kopf darüber machen, dass sie so eiskalt reagiert hatte. Doch kaum war ich daran, den Gedanken auf die Seite zu schieben, ging die Frau an mir vorbei und klopfte mir auf die Schulter und bedankte sich für das Sichern. Das sind die Momente, in denen ich einerseits im Boden versinken und andererseits explodieren könnte. Also holte ich kurz tief Luft und bereitete mich moralisch auf den nächsten Verweis und die kommende Versetzung vor, die meine Reaktion womöglich hervorbringen würde.

    "Commander, haben Sie eigentlich keine Angst vor dem Tod?", fragte ich sie, meine Erregung noch gerade so unter Kontrolle haltend. Sie drehte sich langsam zu mir um und sah mir in die Augen. Bevor sie noch darauf antworten konnte, entfuhr es mir noch, dass sie bei der eben durchgeführten Aktion auch sehr leicht verletzt werden konnte.

    Zugegeben, ihre Motive, das Wohl unsereiner über das Eigene zu stellen ist eigentlich ein sehr löbliches Motiv. Aber eine Person in ihrer Position sollte es besser wissen und sich zurück halten. Ich wendete mich meinen Berechnungen zu und hielt die Debatte am Laufen, da ich es trotzdem anbringen musste, dass sie hier eine Schlüsselposition inne hatte.

    Asu legte ihr noch die geplanten Kurskorrekturen vor, welche sie im Vorbeigehen quittierte. Offenbar vertraute sie unserer Arbeit und lies uns machen. Ein gutes Zeichen, da noch nichts von Verwarnungen oder Versetzungen geredet wurde. Dazu kam noch die Commander, die sich auch etwas Ruhe gönnte und vor sich hin döste.

    Nach einer gefühlten Ewigkeit der Ruhe, hatte auch ich wieder meinen Frieden gefunden, da ich die Frau nun besser einzuschätzen vermochte. Wenn ich daran denke, was die alles durch haben musste...

    Als unser Ziel endlich in Sichtweite kam, wurde es komisch angespannt und wir begannen sofort einen Bremskurs zu berechnen, der unsere Triebwerke nur minimal benötigte. Und jeden Meter den wir zurücklegten, ließ das Schlimmste vermuten. Klaffende Risse in der Außenhaut und keine Beleuchtung, losgesprengte Abdeckungen und einige Verbrennungen.

    Das Schiff lag so ungünstig im Magnetfeld eines Asteroiden und wurde von Schrott umringt, dass ein vernünftiger Scan unmöglich wurde.
    Ich machte mich schon geistig drauf gefasst, dass die Commander losstürmen würde und die Erste sein würde, die den Fuß auf das Schiff setzen würde - doch so kann man sich irren.

    Sie nickte dem Sicherheitschef zu und ging in eine Koje um sich auszuruhen. Klar, sie musste erst einmal auf die Ergebnisse des Außenteams warten und es war zudem genug los. Diese Ruhe gönne ich ihr.


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