Lt.Jg Asu - CTO - Log 11 - 2019.11



  • Hauptpersonen: Vatak, Hunter
    Nebenpersonen: TEC Crew
    Wörter: 741

    USS Pyrrhus

    Der Bericht über die Situation mit den Antimaterie-Tanks war vorerst unter Kontrolle und wir hatten noch Einiges an Zeit in den Anzügen. Klar, eine Leitung mal kurz quer durch legen, ist keine große Herausforderung. Trotzdem war da etwas, das mich an dem Kahn störte. Irgendwas, das ich nicht greifen konnte. Irgendwas, das mir die menschliche Seite nicht griffig erklären konnte. Wie dem auch sei, ich werde es noch herausfinden.

    Am Shuttle angekommen wurden wir Techniker erstmal mit ein paar Security verstärkt um uns zu schützen. Klar, wir hatten ja weder Schild noch Scrambler auf diesem stück treibenden Schrotts. Ziellos wanderte der Strahl meiner Taschenlampe durch den Hangar, nach brauchbaren Dingen und Anhaltspunkten suchend und mich demonstrativ von Shuttles fernhaltend. Ich hatte auf der Erde genug von den Mistteilen repariert.

    Trotzdem könnten diese unsere Arbeit enorm erleichtern, schoss es mir. Also gab ich das Signal zum Sammeln und fragte kurz ob jemand etwas entdeckt habe. Ohne wirklich auf Antwort zu warten deutete ich auf die im Hangar befindlichen Geräte: Eine veraltete Workbee und drei Shuttles. Mein sich formender Plan sah so aus, dass man die Shuttles zumindest als Wohnraum ausbauen konnte um die Situation an Bord etwas zu verbessern, indem wir uns nicht permanent auf den Füßen standen.

    Zielsicher gingen wir auf das erste Shuttle zu. Der kleine Typus war zwar alt, aber wenigstens konnte man ihn noch als dicht bezeichnen. Seine Systeme sollten eine Kleinigkeit für uns darstellen. Ein Blick zeigte, dass zwei Mann an dem Gerät genügen sollten. Ein Techniker sollte die Workbee bergen. Das Ding sah zwar schlimm aus, aber wenn wir es zum Laufen brachten, sollte es uns wertvolle Dienste leisten.

    Das nächste Shuttle - mir stockte der Atem: dieses Gerät hatte ich höchstpersönlich ausrangiert. Seine Frontpartie war im Eimer. Den Rest der Daten wusste ich bereits. Als wir es aufbrachen war da auch noch die Flasche drin, die mir der angehende Flieger Perry hinterlassen hatte und mir einen Haufen an Problemen bereitete. Meine Wut nicht weiter zügeln könnend ergriff ich sie, deutete dem Rest sich nützlich zu machen und stapfte zu unserem Shuttle zurück, wo ich durch das Kraftfeld schritt und ins Cockpit donnerte, wo ich etwas ungehalten die Commander ignorierte und Hunter die Flasche vor die Nase setzte.

    Er wusste sofort was es geschlagen hatte und ich machte meinem Ärger Luft. Doch es war kein langes poltern, bis ich von der Commander unterbrochen wurde. Noch rot vor Wut schloss ich die Augen und visualisierte einfach nur, wie ein Phaserstral den Kopf des Kadetten vaporisierte.

    2,7 Sekunden später ging es mir besser und ich hatte die Selbstkontrolle wieder und begann der Commander in Kürze zu erklären, was es mit der Flasche auf sich hatte und dass ich begründeten Verdacht hatte, dass etwas hier arrangiert wurde. Genau dieses Shuttle war es, das dieser Mensch in trunkenem Zustand gegen den Hangar auf der Erde setzte.

    Hunter unterstützte meine Ausführungen indem er seine Erlebnisse hinzufügte. Die Commander nahm die Situation sehr ruhig auf und gab zu erkennen, dass sie sich von solchen Dingen nicht aus der Fassunng bringen lies und tippte die Berichte in den Computer. Als ich in den Mannschaftsbereich gehen wollte, merkte ich wie sehr mich die Sache eigentlich belastete. So sehr, dass ich fast ein "Gehen Sie etwas Essen und dann setzen wir uns zusammen" überhört hätte.

    Unser Shuttle, Cockpit

    Die kleine Kriesensitzung war schon eine ungewöhnliche Sache und ich kam mir vor, als säße ich wie damals beim Admiral. Die Sache mit Perry saß einfach zu tief. Und auch diesmal war es von der Beweislast sehr schwer. Meine Argumentation, dass das Shuttle von der Erde hier war, stützte sich einzig und allein darauf, dass ich es zum Verschrotten freigegeben hatte und nicht einmal mehr existieren dürfte.

    Ich wartete förmlich nur darauf, dass ich weggeschickt wurde um im Arrest zu landen. Doch die Commander nahm meinen Verdacht auf und versuchte nicht einmal ihn zu widerlegen. Sie schwieg.

    Ruhig und gelassen sah sie die Berichte durch und nickte. "Machen Sie sich bitte nicht verrückt", begann sie und führte kurz aus, wie wichtig ein kühler Kopf nun ist. Sie hat ja Recht. Bloß weil so ein Schrotthaufen auf einmal hier auftaucht ist das noch keine Verschwörung.

    Koje

    Kraftlos lies ich mich von den Anderen aus dem Anzug schälen und begab mich in meine Koje. Offensichtlich war mein Zustand durch den Stress an Bord bedingt einfach zu viel. Ohne viel weiter darüber nachzudenken schlief ich ein.


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